1. Preis Wettbewerb – Kirchenzentrum und Kindertagesstätte / Familienzentrum in Hannover

mit Lohaus Carl Köhlmos, Landschaftsarchitekten

proforma, M. Eusterbrock, Kassel (Visualisierung)

CL Modellbau, Hannover, W. Lotze, J. Hecht

Den Verfassern gelingt es auf bemerkenswerte Art und Weise, die gestellte Aufgabe sowohl architektonisch räumlich, als auch inhaltlich, geistig zu beantworten.

Mit der gezielten Setzung eines winkelförmigen Baukörpers werden drei Außenbereiche klar definiert. Ein großzügiger Kita Gartenbereich ist richtigerweise nach Süden orientiert im Anschluss an die Spielräume der Kita. Im Norden befindet sich, wie gewünscht der Bereich für den ruhenden Verkehr, der von der Moorhofstraße erschlossen ist. Nach Osten wird ein Eingangsplatz definiert, der das neue Kirchenzentrum mit dem Stadtteil verbindet. „Dieser Platz am Einmündungsbereich der Moorhofstraße in die Hogrefestraße verbindet das neue Ensemble mit Blickbeziehung zum Stadtteilzentrum, dem Nebeneingang zum Stöckener Friedhof und zur Haltestelle der Stadtbahn.“

Diese „einladende Geste“ ist genau das richtige Zeichen, eine niedrigschwellige Einladung an alle – um Gemeinschaft zu erleben.

In der eingeschossigen Ausbildung der Kita liegen viele Vorteile – kürzere Wege, bessere Aufsicht und wenige Entfluchtungsprobleme. Grundsätzlich sind die räumlichen Gliederungen und Anordnungen der Räume gut nachvollziehbar. Für die gelebte offene Arbeit, in der alle Kinder alle Gruppenräume aufsuchen, wären noch funktionale Optimierungen wünschenswert, z.B. die Überprüfung der Lage der administrativen Räume der Kita in einem ruhigeren Bereich. Auch der Zugang zur Kita muss nicht zwingend am Platz liegen, da sicher auch Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen werden.

Von besonderem gestalterischem Geschick zeugt die Entwicklung des Kirchraumes mit angrenzendem Gemeindebereich. Durch die leichte konische Öffnung des Raumes, in die sich orthogonal der zu erweiternde Gemeindebereich schiebt, ergibt sich wie selbstverständlich ein guter seitlicher Eingang zum Kirchraum. Während die Gemeinderäume sich nach außen öffnen mit ihrer bodentiefen Verglasung und dadurch die einladende Geste unterstützen, ist der Kirchraum über hochstehendes indirektes Licht von Osten belichtet und wird damit in seinem Charakter als Sakralraum gestärkt.

Die gezeigten Nutzungsdiagramme zeigen eine Vielzahl von gut bespielbaren Szenarien in der Nutzung auf. Die weitere räumliche Entwicklung des Gemeindezentrums als zweigeschossige Anlage mit dem Luftraum über dem Foyer ist eine gute Umsetzung. Kritisch angemerkt werden muss hier, dass das Amtszimmer und das Gemeindebüro nicht im Erdgeschoss liegen.

Insgesamt überzeugt die Arbeit in allen Teilen – inhaltlich, architektonisch, städtebaulich und gestalterisch.

Fachpreisrichter
Prof. Dipl.-Ing. Zvonko Turkali I Architekt BDA I Frankfurt am Main (Vorsitz)
Dipl.-Ing. Andreas Zunft I Stadtplanung LHH I Hannover
Dipl.-Ing. Marlies Kloten I Landschaftsarchitektin I LHH I Hannover
Dipl.-Ing. Martin Krause I Architekt I Ltr. d. Amtes für Bau- und Kunstpflege Hannover
Dr.-Ing. Gerrit Schwalbach I Stadterneuerung LHH I Hannover
Dipl.-Ing. Evelyn Wendt-Salmhofer I Architektin I Braunschweig

Sachpreisrichter
Marvin Kalberlah I stellv. KV-Vorsitzender I Hannover
Karl Ludwig Schmidt I Stadtkirchenvorstand u. SI Nord-West I Hannover
Dr. Rosemarie Pabst I Stadtkirchenvorstand I Hannover
Pastor Gerd Peter I KG Evangelisch am Stöckener Bach
Heidi Stolzenwald I Vors. Sanierungskommision Stöcken
Antje Ueberschär-Sasse I Mitglied KV

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